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Stolperstein für Rudolf Peter ersetzt

Stolperstein für Rudolf Peter ersetzt

Stolperstein Rudolf Peter Silke Leuckfeld Stolperstein für Rudolf Peter

06.12.2017 - Anfang November wurden in Berlin-Neukölln 16 Stolpersteine rausgerissen und gestohlen. Vermutlich von rechtsextremen Tätern. Zu den entwendeten Stolpersteinen gehörte auch der Stolperstein für den Buchbinder Rudolf Peter. Diesen Stein hatte der ver.di-Landesfachbereich Medien, Kunst und Industrie im Jahr 2008 gestiftet. Nachdem die Taten öffentlich wurden, wurden aus dem Kreis des ver.di-Landesfachbereichsvorstands umgehend die Kosten für einen neuen Stolperstein übernommen. 

So etwas lassen wir Nazis oder Rassisten - egal welcher Couleur - nicht durchgehen!

 

Zu den gestohlenen Stolperstein schreibt die Bürgerinitiative "Hufeisern gegen Rechts" auf ihrer Internetseite:
Auch wenn mit der Wiederverlegung die Schändung des Gedenkens an die von deutschen Faschisten während der nationalsozialistischen Diktatur ermordeten Widerstandskämpfer nicht ausgelöscht werden kann, so symbolisiert die Wiederverlegung, dass sich die Zivilgesellschaft ihr Gedenken an diese Menschen nicht nehmen lässt. Die große Zahl der Spenden, die nicht nur aus Neukölln und Berlin, sondern auch aus anderen Bundesländern, ja sogar aus Brasilien kamen, zeigt die Empörung und das Entsetzen über diese Schändung der Toten. Mittlerweile sind bereits über 10 000 € auf den Spendenkonten eingegangen. Mit diesem Geld werden nicht nur die herausgerissenen und entwendeten Steine ersetzt, sondern auch eine mehr als doppelt so große Anzahl neuer Stolpersteine in Neukölln finanziert werden.

Aktive der Bürgerinitiative "Hufeisern gegen Rechts" waren selbst mehrfach das Ziel von Rechtsextremen Angriffen.

 

Rudolf Peter Karl-Richter-Verein Rudolf Peter

Rudolf Peter
2.10.1889 - 2.3.1945

Rudolf Peter wurde in Podersam bei Saaz/Sudeten am 2. Oktober 1889 geboren. Er war Buchbinder von Beruf und im Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter organisiert.

Er lebte ab 1934 in Berlin und arbeitete beim Deutschen Verlag, dem „arisierten“ ehemaligen Ullstein Verlag. Dort gehörte er neben dem Packer August Mikutta zu einer „illegalen“ Gewerkschaftsgruppe der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation um den Buchbindemeister Wilhelm Selke. Die Gruppe sammelte Geld für den Aufbau der Widerstandsorganisation, sabotierte die Produktion von Nazi-Schriften und verbreitete illegale Schriften, u.a. vom Nationalkomitee Freies Deutschland. So wurden Flugblätter wie „An die Arbeiterinnen und Arbeiter in Berlin“ und „Zehn Fragen an den gesunden Menschenverstand“ in die Bücher des Verlages geschmuggelt. Peter war an der Kontaktaufnahme des sozialdemokratischen Gewerkschaftssekretärs August Imhof mit dem Widerstand beteiligt. Durch Verrat flog die Widerstandsorganisation auf. Rudolf Peter wurde am 28.8.1944 verhaftet und am 18.1.1945 vom Volksgerichtshof zu vier Jahren Zuchthaus und vier Jahren Ehrverlust verurteilt. Zur Strafverbüßung wurde er am 2.2.1945 ins Zuchthaus Brandenburg-Görden gebracht. Dort wurde er zu Tode gefoltert und starb am 2.3.1945.