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Staatsballett: Verhandlungen gefordert

Staatsballett: Verhandlungen gefordert

20.05.2015 - Der Tarifkonflikt beim Staatsballett Berlin eskaliert weiter. ver.di fordert von den Arbeitgebern den Abschluss eines Haustarifvertrages, jedoch lässt die Arbeitgeberseite nichts unversucht, um diesen Verhandlungen mit ver.di aus dem Wege zu gehen. Die Gewerkschaft fordert daher geschäftsführenden Direktor Georg Vierthaler erneut zu Verhandlungen auf, um den Konflikt zu entschärfen. „Herr Vierthaler gehört endlich mit ver.di an den Verhandlungstisch“, sagte Susanne Stumpenhusen, ver.di-Landesbezirksleiterin.

Dass Direktor Vierthaler den Tänzerinnen und Tänzern jedoch vorschreiben will, mit wem zu verhandeln sei und was er gönnerhaft zuzugestehen gedenkt, missachtet Koalitionsfreiheit und Tarifrecht und zeugt von Anmaßung. „Herr Vierthaler verkennt die Tatsachen. ver.di ist Tarifvertragspartei für Künstler, erst recht, wenn mehr als 90 Prozent eines Ensembles unsere Mitglieder sind“, erklärt Susanne Stumpenhusen und führt weiter aus: „Die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Berlin haben ein Recht auf einen maßgeschneiderten Haustarif, der Arbeitsbedingungen und Gagen gerechter regelt und darüber hinaus einen gewissen Schutz für die Compagnie als Ganzes bietet.“

Individuelle arbeitsvertragliche Regelungen oder Vereinbarungen mit „handzahmen Kleingewerkschaften“, die keine Legitimation und im Staatsballett keine Mitglieder haben, böten diese Sicherungen nicht und seien von den Tänzerinnen und Tänzern nicht gewollt. Die Tänzerinnen und Tänzer haben mit Streikaktionen im April – vier Ballettvorstellungen in der Deutschen Oper und in der Staatsoper sind dadurch ausgefallen – Entschlossenheit demonstriert, einen Tarifvertrag mit ihrer Gewerkschaft durchzusetzen.