Aktuelles

Staatsballett: Klare Positionierung verlangt

Staatsballett: Klare Positionierung verlangt

28.09.2015 - Am heutigen Montag, dem 28.September 2015, gehen die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Berlin einen weiteren Schritt in ihrem Tarifkonflikt. Sie erscheinen zur heutigen Sitzung des Kulturausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses und verlangen eine klare Positionierung der KulturpolitikerInnen, vor allem von Michael Müller. Müller ist nicht nur Regierender Bürgermeister und Kultursenator von Berlin, sondern auch Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Oper in Berlin und somit dem Generaldirektor der Stiftung Oper Georg Viertaler direkt weisungsbefugt. Müller hat sich, trotz mehrmaliger Aufforderung durch ver.di in diesem Konflikt noch nicht geäußert.
„ver.di macht es sich hier nicht leicht in dem Ruf nach der Unterstützung durch die Politik“, so ver.di-Tarifsekretär Frank Schreckenberg. „Die Senatskulturverwaltung hat aber schon mehrfach in dieser Tarifauseinandersetzung agiert. Durch direktes Handeln oder durch das Unterlassen davon. Jetzt erwarten die Tänzerinnen und Tänzer eine klare Positionierung vom Kultursenator“, so Schreckenberg weiter.
Die Meinung der Tänzerinnen und Tänzer soll keine Rolle spielen. Obwohl sie mit großer Mehrheit bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft organisiert sind und mit ver.di den Abschluss eines Haustarifvertrags verlangen, der auf die spezielle Situation des Staatsballetts Berlin eingeht, lehnt der Geschäftsführer des Staatsballetts und Generaldirektor der Stiftung Oper in Berlin – Georg Vierthaler – Verhandlungen mit ver.di grundsätzlich ab. Die Forderungen sind laut Vierthaler nicht das Problem, sondern die Gewerkschaft, die diese Forderungen verhandeln will. Verhandeln möchte er mit den Spartengewerkschaften GDBA und VdO, die bei den Tänzerinnen und Tänzern des Staatsballetts so gut wie keine Mitglieder haben. „Nun wird es Zeit, dass sich Verantwortliche von Staatsballett und Politik auf die Grundrechte zurückbesinnen. Nicht der Arbeitgeber kann allein nach Gutsherrenart bestimmen mit wem er Tarifverhandlungen führen möchte und mit wem nicht“, erklärte die
zuständige ver.di-Fachsekretärin Sabine Schöneburg.
„GDBA und VdO haben keinen demokratisch legitimierten Verhandlungsauftrag der Mehrheit der Tänzerinnen und Tänzer und agieren, wie es scheint, Hand in Hand mit dem Arbeitgeber um Verhandlungen mit einer durchsetzungsstarken Gewerkschaft zu verhindern. Dies wird ihnen aber nicht gelingen! Die Tänzerinnen und Tänzer haben ihre Spielchen durchschaut und stehen weiter hinter ver.di und verlangen den Abschluss eines Tarifvertrages mit ihrer Organisation“, so Sabine Schöneburg weiter.
Am 22. September 2015 hatten die Organisationen Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA) und Vereinigung deutscher Opernchöre (VdO) und Bühnentänzer per Pressemitteilung verkündet, dass die Tarifverhandlungen für das Staatsballett Berlin abgeschlossen seien.