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Theater und Komödie am Ku’damm: Kein Abstieg in die Unterwelt!

Theater und Komödie am Ku’damm: Kein Abstieg in die Unterwelt!

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di plädiert für den Erhalt und die langfristige Sicherung der Boulevardbühnen am Kurfürstendamm.

Seit zwölf Jahren balancieren die traditionsreichen Spielstätten Theater und Komödie am Ku‘damm am Abgrund. Bislang mit Erfolg haben sich Betreiberfamilie Woelffer und die Belegschaft für den Erhalt ihrer beiden Theater stark gemacht. Aber nun brauchen sie erneut die aktive Unterstützung des Senats, der Berliner Theaterliebhaber und der großen Zahl an Touristen, die vorwiegend wegen der Vielfalt kulturellen Lebens Berlin besuchen.
Denn: Der aktuelle Investor plant die Sanierung des Areals zwischen Kurfürstendamm und Lietzenburger Straße. Nach massiven Protesten stellte nun „Cells Bauwelt“ 2016 ein überarbeitetes Konzept vor: beide Bühnen am Ku‘damm würden zwar abgerissen, aber stattdessen plane man im hinteren Kellergeschoß eine neue Spielstätte – wobei der Betreiber noch nicht genannt ist.

„Ein Stück Berliner Kulturgeschichte würde damit unwiderruflich in den Untergrund verbannt, um dann letztlich im Hintergrund zu verschwinden,“ vermutet ver.di-Fachsekretärin Sabine Schöneburg.

"In fünf Jahren möchte ich hier den 100. Geburtstag des Theaters feiern." sagt Martin Woelffer, der erfolgreich "modernes, großstädtisches Unterhaltungstheater" macht. Dafür braucht er dringend die Unterstützung der Berliner Kulturpolitik. Der Theaterdirektor hofft auf eine "klare Positionierung" der neuen Regierung für den Erhalt der historischen Bühnen am jetzigen Standort, dem Kurfürstendamm, und dafür, die Zukunft der beiden noch von Max Reinhardt gegründeten Boulevardbühnen "langfristig zu sichern", ebenso ihr Team und die "zahlreichen Kreativen, die hier eine künstlerische Heimat gefunden haben".

Auch die Belegschaft bangt – nicht nur um ihre Arbeitsplätze, auch um ihre berufliche Heimat. „In den vergangenen zwölf Jahren haben bereits vier verschiedene Investoren versucht, die Theater abzureißen, um an deren Stelle eine Shopping-Mall zu errichten und damit die Rendite des Geländes zu maximieren … Jedes Jahr haben diese beiden Theater ca. 200.000 Zuschauer und sind sowohl bei Berlinern als auch Touristen überaus beliebt,“ so der Betriebsratsvorsitzende Stephan Emmerich. Und endet: „Nach dem gerade ergangenen Urteil des Landgerichts Berlin rechnen wir stündlich damit, dass der Investor die Räumung veranlassen wird.“

Die Betreiber von Theater am Kurfürstendamm und Komödie haben Tausende Unterstützer für den Erhalt ihrer Spielstätte gefunden.

Auf der Online-Petitionsplattform Change.org kämpfen sie und ihre Mitstreiter für die vor 95 Jahren gegründeten Bühnen, die von der Familie Woelffer seit mehr als 60 Jahren geführt werden.

Es geht auch um das Feeling, das so real ist wie die vielzitierte „Berliner Luft“. Viele Alt- und Neuberliner sind mit den Theatern und den Schauspielern, die man nach der Vorstellung noch „nebenan“ in der Kneipe oder am Currywurststand treffen konnte, aufgewachsen. So traurig wie es ist, den traditionsreichen Ku’damm nicht mehr zentral weihnachtlich illuminiert zu sehen, so traurig wäre auch die endgültige Demontage dieser Berliner Spielstätten. Es muss eine Lösung gefunden werden. Für und mit Berlin.

 

http://www.komoedie-berlin.de/start/index.html

Weitere Informationen:

http://www.komoedie-berlin.de/dateien/pressemeldungen/1462791876_pressemitteilungfuerwebsitezumdownload.pdf

http://www.komoedie-berlin.de/dateien/pressemeldungen/1476798378_presseinformationurteil18oktober2016.pdf