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Staatsballett: ver.di fordert Schlichtung

Staatsballett: ver.di fordert Schlichtung

07.07.2015 - In dem fast ein Jahr andauernden Konflikt um einen Haustarifvertrag für die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Berlin ist die fortgesetzte Blockade der Gespräche durch die Arbeitgeberseite nicht mehr vermittelbar – weder der Öffentlichkeit noch den unmittelbar Beteiligten. Die Tänzerinnen und Tänzer fordern tarifliche Regelungen, die auf die Besonderheiten des Staatsballetts besser zugeschnitten sind als der bisher geltende „Normalvertrag Bühne“. Dabei geht es ihnen nicht nur um eine leistungsgerechtere Gagenstruktur, sondern auch um Vereinbarungen zu Arbeits- und Ruhezeiten sowie zum Gesundheitsschutz.

Um endlich eine Lösung zu finden, wie in Gespräche eingetreten werden kann, hat ver.di mit Schreiben von Ende Juni der Arbeitgeberseite eine Schlichtung bzw. Mediation vorgeschlagen und sich um hochkarätige Vermittler bemüht. Zusagen liegen vor vom ehemaligen Staatsopernintendant Prof. Georg Quander sowie von Dr. Gregor Gysi.

Die Arbeitgeberseite hat dies allerdings abgelehnt. Stattdessen wollen sie ein Sondierungsgespräch mit der Vereinigung Deutscher Opernchöre und Bühnentänzer und der Bühnengenossenschaft (GDBA) führen - obwohl die deutlich überwiegende Mehrheit der Tänzer/innen in ver.di organisiert ist. „Es ist eine Frechheit, hier Organisationen einzubeziehen, die von den Tänzerinnen und Tänzer ganz offensichtlich keinen Auftrag erhalten haben. Hier wird versucht, Verhandlungen mit der Gewerkschaft, die sich die Tänzer/-innen als starke Interessenvertretung gewählt haben, zu verhindern.“, so ver.di-Tarifsekretär Frank Schreckenberg. „Nun muss die Politik – im Besonderen der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller, der dem des Stiftungsrats der Stiftung Oper vorsitzt – endlich ein Machtwort sprechen, damit sich dieser Tarifkonflikt nicht in die kommende Spielzeit zieht!“

In der zu Ende gegangenen Saison fielen acht Vorstellungen durch Warnstreiks der Tänzerinnen und Tänzer aus. „So etwas ist bisher einmalig in der deutschen Ballettgeschichte!“, so ver.di Gewerkschaftssekretärin Sabine Schöneburg. Der Schaden, der der Opernstiftung seit April durch den streikbedingten Ausfall entstand, beläuft sich nach ver.di-Schätzungen auf rund 350 000 Euro.