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Staatsballett: Erneuter Streik

Staatsballett: Erneuter Streik

22.06.2015 - Die für heute (22.06.2015) 19:30 Uhr auf dem Spielplan der Komischen Oper stehende Aufführung „Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere“ wird nicht getanzt. Die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts treten ab 14 Uhr bis Mitternacht erneut in den Warnstreik.

ver.di Berlin-Brandenburg bekräftigt die Forderung nach sofortiger Aufnahme von Haustarifverhandlungen für die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Berlin. Eine von Arbeitgeberseite vorgeschlagene Vereinbarung „Bündnis Tanz 2015“ nimmt zwar Tarifforderungen auf, bietet aber keinerlei zukunftsfesten Lösungsansatz. Zwar betont Geschäftsführer Georg Vierthaler, die besondere und einzigartige Situation und die speziellen Produktionsbedingungen des Staatsballetts berücksichtigen zu wollen, doch offeriert wird der Gang in einen vertragsrechtlichen Irrgarten, mit dessen Durchdringung bereits jetzt Juristen beschäftigt sind.
„Der gerade und äußerst wirksame Weg zum Ziel ist stattdessen seit Monaten geebnet: Er führt über Haustarifverhandlungen mit ver.di. Die Tänzerinnen und Tänzer haben den Willen dazu mit Aktionen und Warnstreiks bekräftigt“, erklärt ver.di-Verhandlungsführerin Sabine Schöneburg.
Das Arbeitgeberangebot mit dem klangvollen Namen könnte - sofern es überhaupt rechtlich sicher auszugestalten wäre – allenfalls zu individualvertraglichen Verbesserungen für Einzelne führen. Die Chance einer kollektiven Regelung mit Perspektivwirkung würde damit vertan. „Verhandeln“ will die Geschäftsführung das Papier mit dem Ballettvorstand. Das ist ein vorrangig in künstlerischen Fragen mitwirkendes Gremium, das über keinerlei tarifvertragliche Gestaltungsmacht verfügt. Es müsste zudem durch die Tänzerinnen und Tänzer erst bevollmächtigt werden.
„Sämtliche Winkelzüge, die Herr Vierthaler jetzt vollführt, zielen einzig und allein darauf ab, ver.di als Tarifpartei vom Verhandlungstisch fernzuhalten. Das ist durchsichtig, spielt weiter auf Zeit und ist hochgradig undemokratisch“, kritisiert ver.di-Verhandlungsführer Frank Schreckenberg.