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Staatsballett: Streik wird ausgeweitet

Staatsballett: Streik wird ausgeweitet

24.04.2015 - Die Arbeitgeberseite blockiert weiter die Aufnahme von Tarifverhandlungen für die 72 festangestellten Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Berlin.
ver.di ruft nach kürzeren Warnstreiks nun zu einer Arbeitsniederlegung auf, die sich über zwei Tage erstreckt. Der Streik beginnt am heutigen Freitagnachmittag und endet am Sonnabend, dem 25. April 2015 um 24:00 Uhr.  
Betroffen sind die heutige Vorstellung „The Nights“ um 19:30 Uhr in der Deutschen Oper und morgen der Ballettabend „Duato/Forsyth/Goecke“ in der Staatsoper im Schillertheater, beide letztmalig in dieser Saison auf dem Spielplan. Heute stehen die Tänzerinnen und Tänzer ab 18:30 Uhr erneut vor der Oper und informieren das Publikum. Die Medien sind eingeladen zu berichten.

Die Forderungen der Tänzerinnen und Tänzer nach modernen, auf die Besonderheiten des Staatsballetts Berlin zugeschnittenen tariflichen Regelungen liegen seit Herbst 2014 vor. Der Haustarif soll nicht nur eine leistungsgerechte Gagenstruktur sichern, sondern auch Regelungen zu Arbeits- und Ruhezeiten sowie zum Gesundheitsschutz enthalten.

Mit den jetzt freigegebenen 14-prozentigen Entgelterhöhungen beim Staatsballett stehen diese Verhandlungen in keinem Zusammenhang. Die Zahlungen gehen auf einen ver.di-Tarifabschluss aus dem Jahr 2010 zurück. Im Interesse der Konsolidierung der Stiftung Oper in Berlin wurde seinerzeit per Haustarif für das nichtkünstlerische Personal auf alle Steigerungen gemäß dem Tarifvertrag der Länder (TVL) für die kommenden Jahre verzichtet. Die entgangenen Entgelterhöhungen sollten kumuliert erst ab Januar 2015 wieder wirksam werden. Diesen Verzicht hatten die Künstlergewerkschaften GDBA, VdO und DOV nachvollzogen. Bei Nachverhandlungen im Dezember 2014 haben sie die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Berlin dann jedoch von dieser Regelung ausdrücklich ausgenommen.
Die Mittel für die aufgeschobenen Entgeltsteigerungen sind jedoch für alle Beschäftigten der Stiftung Oper in Berlin im Haushalt 2015 eingestellt. Die nun verfügte Auszahlung auch für das Ballett ergibt sich also folgerichtig und ist keineswegs ein Erfolg der Kleingewerkschaften. Sie war nie Gegenstand der aktuellen ver.di-Haustarifforderungen.