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Erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

Firmentarifverhandlungen UCI

Erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

10.03.2021 - Am 9. März 2021 blieb die erste Verhandlungsrunde für die Beschäftigten bei UCI Multiplex ohne Ergebnis und machte vielmehr deutlich, dass UCI den Beschäftigten Tarifansprüche und Einkommensteile streichen will.
ver.di macht dagegen unmissverständlich klar, für 2021 ist eine Einmalzahlung und perspektivischeine kräftige Tariferhöhung nötig.

Die Arbeitgeberseite legte Forderungen zu tiefgreifenden Änderungen im Manteltarifvertrag vor, die in vielen Bereichen massive Verschlechterungen bestehender Regelungen bedeuten würden.

Trotz der bekanntermaßen schwierigen Lage, in der sich die Kinobranche befindet, hat UCI die Mantel- und Entgeltbestimmungen zum 31.01.2021 gekündigt und ver.di zu Tarifverhandlungen aufgefordert. ver.di hingegen hatte der Geschäftsführung weit im Vorfeld und wiederholt in Gesprächen anderweitige Optionen angeboten, um der schwierigen Lage der Kinowirtschaft in der Corona-Pandemie und den Interessen der Kinobeschäftigten Rechnung zu tragen. Dies wurde vom Arbeitgeber abgewiesen, was den Eindruck erweckt, als wolle UCI diese schwierige Lage ausnutzen, um zum Nachteil der Beschäftigten tiefe Einschnitte durchzudrücken. Vermeintlich, weil UCI mit wenig Widerstand gegen den Abbau von in vorherigen Tarifrunde erreichten Tariferrungenschaften rechnet.

Die Vorschläge des Arbeitgebers bedeuten in vielen Punkte eine Verschlechterung bestehender Mantelregelungen – bei den Berufsgruppen, bei den Zuschlägen, bei der Befristungsquote.

Gleichzeitig ist von echten Lohnerhöhungen nicht zu sprechen. Mit einer Nullrunde in 2021 und Erhöhungen von insgesamt lediglich 3,5% bei einer Laufzeit bis Mitte 2024 würde noch nicht einmal die Inflation ausgeglichen werden. Die Gehälter der Servicemitarbeiter*innen bzw. Cinema Hosts würden demnach inden nächsten dreieinhalb Jahren nur zwischen 36 und 41 Cent steigen. 

Sobald die Kinos wieder geöffnet werden können, wird der geballte Einsatz der Mitarbeiter*innen zu erschwerten Bedingungen gefragt sein. Bei den negativen Aussichten, die die Arbeitgeberseite mit ihrem Angebot klar gemacht hat, ist zu erwarten, dass die Arbeitsbedingungen in Zukunft kurz- und langfristig stark verschlechtert werden sollen. Das wollen wir verhindern und die hohe Einsatzbereitschaft und die Wertschätzung der Mitarbeiter*innen ganz vorne anstellen!

Deswegen hat die Tarifkommission am 5. März folgende Forderungen für die Beschäftigten bei UCI Multiplex beschlossen:

Entgelt:
Der Einstiegslohn und der Lohn für alle Vergütungsgruppen soll mindestens 12,50 € betragen, diese Erhöhung soll zum 1. September 2021 durchgeführt werden.

Zulagen:
Es sollen Zuschläge für alle Schichten an Tagen vor Feiertagen eingeführt werden, in gleicher Höhe derentsprechenden Feiertagszuschläge, mindestens aber 50%.

(Corona-)Einmalzahlung:
Für das Jahr 2021 soll eine Einmalzahlung von 150 € gezahlt werden, zahlbar spätestens zum 30.06.2021.

Laufzeit:
Die Laufzeit des Tarifvertrages soll ab dem 01 Februar 2021 bis zum 31. Dezember 2022 betragen.
 
 
Folgende Änderungen fordert die Arbeitgeberseite mit ihrem Angebot:

  • Die Einführung von zwei neuen Berufsgruppen, die die bisherigen Berufsgruppen ersetzen sollen: Cinema-Host (bisher Servicemitarbeiter*in) und Guest Experience Manager (früher Assistent*innen der Theaterleitung)
    Wir befürchten, dass diese Änderungen nicht nur einen Wegfall bestehender Struktu- ren, sondern letztlich einen möglichen Wegfall von Arbeitsplätzen bei gleichzeitig steigender Arbeitsbelastungzur Folge hätte.
  • Reduzierung der Feiertagszuschläge an Ostern, Pfingsten, dem 1. Mai und den Weihnachtsfeiertagen von 100% auf 50%, bei gleichzeitiger Streichung der Möglichkeit einer Abgeltung der jeweiligen Zuschläge in zusätzlichen freien Tagen
  • Streichung der Mehrarbeitszuschläge und der Zuschläge bei kurzfristigem Einsatz an geplanten arbeitsfreien Tage
  • Streichung der Zulagentabelle für Teamleiter*innen / Supervisoren sowie Lageristen
    / Aushilfen Haustechnik
  • Streichung der Regelung zu unbefristeten Einstellungen
    Das bedeutet massive Arbeitsplatzunsicherheit, fehlende Perspektive für langfristige Anstellungenund eine potenziell immer höher werdende Befristungsquote ohne Begrenzung.
  • Kürzung der Mindestschichtlänge allgemein auf 3 Stunden, bei gleichzeitiger Streichung der Betriebsklassen
  • Streichung der klaren Definition der monatlichen Vollzeitstunden
  • Stillstand bei der Jahressonderleistung auf dem Niveau von 2019
  • Streichung der Jubiläumsgratifikation

Die anstehende Tarifrunde wird daher nicht nur eine Auseinandersetzung um bessere Einkommen sein,sondern es wird vor allem darum gehen, Arbeitsplätze zu sichern!
 
Die Verhandlungen werden am 24. März 2021 in digitaler Form fortgesetzt.