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Tarifverhandlungen für Filmschaffende ohne Fortschritt

Tarifverhandlungen für Filmschaffende ohne Fortschritt

„Bei konkreten Arbeitszeitverbesserungen wären wir eventuell bereit gewesen, auch ein Gagenmoratorium zu verabreden. Doch die Produzenten zeigen keinen Ansatz dafür, dass wir uns mit dieser Frage weiter beschäftigen müssten."

ver.di-Tarifsekretär Matthias von Fintel

18. Januar 2021

Zu den ver.di-Forderungen für Filmschaffende (Freie Wochenenden, klare Ruhezeiten und unabdingbare Zuschläge) gehen die Verhandlungen nicht voran. Die Produzentenallianz lehnt jede Art von Verbesserung strikt ab. Bis zum 31. März 2021 will ver.di ein Ergebnis der Tarifrunde sehen.

Auch nach der zweiten Verhandlungsrunde am 14. Januar ist noch kein Fortschritt erreicht worden. Für die rund 25.000 Filmschaffenden zeichnet sich damit noch keine baldige Verbesserung der Arbeitszeitbedigungen durch mehr freie Wochenenden, zusammenhängende freie Tage oder Wochenend-Zuschläge ab. Die Produzentenallianz hat bisher in zwei Verhandlungen den beiden verhandelnden Gewerkschaften BFFS und ver.di noch keine Angebote gemacht, will vielmehr im Jahr 2021 keinerlei Veränderung am Tarifvertrag akzeptieren.

Ver.di hat wiederholt deutlich gemacht, dass schon vor der Pandemie aber erst recht unter den Covid-Gesundheitsschutzauflagen bei Dreharbeiten sowie Vor- und Postproduktion die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit extrem lang ist und die kurze Freizeit für das nötige Erholungsbedürfnis nicht ausreicht. Zu wenig Zuverlässigkeit auch mal ganze Wochenenden frei zu haben oder tatsächliche 5-Tage-Wochen durch zusammenhängende freie Tage zu erreichen, treiben langfristig Fachkräfte aus den Filmproduktionen und sind heute schon keine familienfreundlichen Arbeitszeiten. Dies ist auch kein Beitrag, um dem Ziel stärkerer Geschlechtergerechtigkeit im Film näher zu kommen. Doch dieses Ziel müssen Kinoproduktionen verstärkt verfolgen, so sieht es das novellierte Filmfördergesetz vor.

Filmproduktionen profitieren von recht flexiblen Arbeitszeitregelungen ohne dafür einen verlässlichen Ausgleich durch zusammenhängende Ruhezeiten zu schaffen. Zeitgemäße Arbeitszeitgestaltung sähe anders aus, deshalb hat ver.di konkrete Verbesserungen gefordert. Statt sich damit zu befassen, hat die Produzentenallianz gefordert, dass sich im Jahr 2021 gar nichts an den Tarifverträgen verändern solle, es ein sogenanntes Moratorium für Gagen- und Manteltarifvertrag geben solle. Angesichts dieser unaufgeschlossenen Haltung hat ver.di dem Arbeitgeberverband der Filmproduzent*innen eine Frist bis zum 31. März gesetzt, um noch zu einer Lösung des Tarifkonflikts und einem Verhandlungsergebnis zu kommen. Sonst droht ein Scheitern dieser Tarifrunde, in der noch keine Kompromisse erkennbar sind.

„Bei konkreten Arbeitszeitverbesserungen wären wir eventuell bereit gewesen, auch ein Gagenmoratorium zu verabreden. Doch die Produzenten zeigen keinen Ansatz dafür, dass wir uns mit dieser Frage weiter beschäftigen müssten. Denn mehr zuverlässige Ruhe- und Freizeit angesichts überlanger Arbeitstage und –wochen sind für die Verhandler*innen der Produzentenallianz schlicht kein Thema. Bis zum 31. März stehen wir noch für intensivierte Verhandlungen, im Sinne von echter Suche nach Kompromissen zur Verfügung,“ erklärte ver.di-Tarifsekretär Matthias von Fintel.

Mehr und besser!
Je mehr Filmschaffende Mitglied der ver.di FilmUnion werden, desto besser für alle und für jede und jeden Filmschaffende selbst. Die ver.di-Ansprechpartner*innen an den Filmstandorten unterstützen bei Fragen und Konflikten um den Arbeitsvertrag und helfen bei der Durchsetzung der erreichten Tariferfolge. Für Mitglieder ist Rechtsberatung und Rechtschutz im Beitrag enthalten. Gemeinsam erreichen Filmschaffende in der ver.di FilmUnion mehr - je mehr Filmschaffende Mitglied werden, desto besser.


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Kontakt

  • Hikmat El-Hammouri

    Ge­werk­schafts­se­kre­tär für Thea­ter und Büh­nen, AV-Me­dien, Fil­mU­ni­on

    030 / 8866-5413